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21.12.05 neu
So many Questions
Ja, wie ich letztens von Silke gesagt bekam, war sie wohl so etwas wie erstaunt, wie oft ich, wenn ich im Laden unterwegs bin angesprochen werde. Nun, ist mein Job, ganz sicher und ich versuche auch, die mehr oder weniger unintelligenten Fragen noch höflich zu beantworten, aber manchmal.. ja manchmal.
Einfachste Beispiele sind die "Was steht wo?" Fragen, was besonders an der Kühlung immer zu folgendem Satz meinerseits führt: "Ja, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht....(Pause, die Länge variiert, je symphatischer mir die Person ist, desto kürzer) Aber geht mir auch manchmal so."
Eine lehrreiche Frage gab es, nämlich die nach dem Lab. Lab ist, wie man hoffentlich weiß eine wichtige Sache, wenn man Käse herstellen möchte. Nun kam also von einem Kunden die Frage, ob im BioBio- Käse denn tierisches oder pflanzliches (der Ausdruck ist falsch, darauf geh ich gleich nochmal ein) enthalten ist. Nun. Die Filiale war ratlos, weil es a) nirgends drauf stand und b) auch noch nie nachgefragt wurde. Also wurde ersteinmal herumtelefoniert bis man dann auf den Schluss kam, dass der Kunde uns seine Adresse geben solle, wir diese an den Hersteller leiten würden und er dann die Informationen direkt von dort beziehen würde. Gesagt getan und sogar recht schnell kam wohl Antwort und wir wurden ebenfalls informiert. BioBio- käse enthält tierisches Lab. Gut. Waren wir also wieder schlauer. Dazu kam dann ein 4 seitiger Bericht über Lab, den Chefin rausgesucht hat, in dem die Unterschiede zwischen tierischem und mikrobakteriellen (so der richtige Ausdruck) erläutert wurden. Gut, die Hälfte dessen hat man mittlerweile vergessen, aber wozu gibt es Google.
Dann gibt es da noch die wirklich nervigen Fragen, die nach möglichkeit im 5-er oder 6-er Pack kommen. Nämlich: "Was kostet das?" Oder "Was das kosten?" (Ja ernsthaft.) Ich gebe zu, dass manchmal tatsächlich nicht überall die korrekten Preisschilder dran sind, aber das liegt einfach daran das man ungefähr 150-200 Non- Food Artikel hat und diese Menge selbst den stärksten Bullen umschmeißen kann. Aber in den meisten Fällen steht es tatsächlich da, wenn man nur die Augen aufmachen würde und evt auch mal das komische, graue Ding im Kopf anstrengen tät. Klingt bös, und ist manchmal auch so gemeint.

Von Männern mit lila Geldbörsen
Einer meiner Lieblingskunden. Einmal, weil ich mir gut vorstellen kann das mein Lieblingsex irgendwann in 15 Jahren auch so aussieht (ehrlich, die Ähnlichkeit ist erstaunlich) und dann weil ich so leicht gestörte Menschen irgendwie mag. Ich fürchte, dass seine sozialen Kompetenzen nicht die allerbesten sind, allein schon weil er wohl von Natur aus so klingt, als wär er allerübelst gelaunt. Er ist ziemlich groß und kräftig und wirkt auch immer etwas verbiestert.
Oft kommt er nur um ein oder zwei Milka 300g Tafeln zu kaufen, aber einmal die Woche wird ein Großeinkauf gemacht und dabei kommt dann die lila- leucht.glitzer Geldbörse ins Spiel. Ich kann sie nichtmal richtig beschreiben, aber wenn er da steht, mir ein liebgemeintes, bösklingendes "Guten Tag" entgegenwirft und den Geldbeutel zückt, bringt er mich zum Lächeln. Und das ist etwas, was ich jedem Menschen hoch anrechne.

Tor 1, Tor 2 oder Tor 3
Immer wieder mittwochs vollziehe ich mit den Kunden zwischen 8 und 9:30 folgendes Ritual.
Wenn ich Frühschicht habe, sitze ich eigentlich immer an Kasse 2. Das ist die mittlere, die von der man an alles gut herankommt, alles halbwegs sieht und die irgendwie "meine" Kasse ist. Nun also folgendes:
Meine Nebenbeiaufgabe ist es, die neuen Werbemittel anzubringen und um mit den unhandlichen Plakaten zurecht zu kommen, lege ich sie auf das Band der Kasse 1 (rechterhand neben der 2 ), stelle mir den Einkaufswagen in dem allerlei Krimskrams liegt so hin, das man möglichst unbequem durch diese Kasse geht. Meist ist meine Schublade ja sogar die einzigste in allen Kassen, d.h. wenn man einen kurzen Blick über hat, sieht man eigentlich, welche Kasse besetzt ist. Aber nein.
Zu einfach, denke ich. Also geht jeden Mittwoch dasselbe Spiel los: "Welche Kasse denn?" "Die zwei, die mittlere." "Oh, achso, na dann." Oder die Leute stehen mit ratlosen Gesichtern herum und werfen die hilflos- fragende Blicke zu. Dabei gerate ich jedes Mal ins Grübeln, ob sie tatsächlich denken, ich würde jetzt für drei oder vier Kunden jedesmal das Band abräumen, jedesmal den Wagen beiseite schieben und dann noch einmal ganz außen herumlaufen um ins Kassenhäuschen zu kommen. Ich mein, probieren könnte man es wohl mal, mal schaun, was die ach so gehetzten Früheinkäufer (nein, nicht alle aber manche...) dazu sagen würden.
Bei meinen Stammkunden kommt ja ab und zu auch diese Unsicherheit auf, worauf ich sie dann frage: Haste mich schonmal an ner anderen Kasse gesehen frühs?

Die Sache mit den Namen
Sonne (ich schaffe es sogar, die für mich negative Errinnerung beiseite zu schieben) oder Engel
Mäuschen (wenn Frau Chefin furchtbar gut gelaunt und liebenswürdig ist)
Hämmerchen oder Hämmer (weil.. keine Ahnung warum, aber Hämmerchen find ich beinahe niedlich)
Frau (manchmal denke ich, das es auch lieb gemeint ist)
Frau Plus (ja, ok der gehört mir nicht alleine, aber die beiden sind sehr süß zusammen und grundehrlich.)


7.12.05:
Es gibt Dinge, die man über Menschen wohl erst lernt, wenn man gezwungen ist, mit einer Menge von ihnen zu arbeiten.
Ich hätte nie gedacht, das ich, das stille und eigentlich schüchterne Ding, je im Leben im Einzelhandel arbeiten könnt. Von den abschreckenden Aussichten auf Wochenendarbeit ganz abgesehen, war mir das Nettsein ja ein Gräuel. Aber mittlerweile macht es, meistens, Spaß, was wohl nicht zuletzt am Team liegt und ich hab gelernt, laut zu sprechen. (Auch wenn sich Freunde jetzt sicher fragen, ob ich das wirklich erst lernen musste, weil ichs doch vorher auch schon konnte, aber da war ich nie freundlich bei.)
Hier sollen nun also nach und nach jene Anekdoten rein, die man wohl nur in einem Discounter im Berliner Wedding so erleben kann.



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